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Mannheim war in zweierlei Hinsicht für Mozart eine wichtige Station seines Lebens. Beruflich erhoffte er sich eine Anstellung beim Kurfürsten. Privat lernte er dort Constanze Weber kennen, die später seine Frau wurde. (geheiratet 1782)
Zwischen 1763 und 1790 war er insgesamt 173 Tage am Hof des Kurfürsten. 1763, gerade mal 7 Jahre alt, musizierte er mit seiner Schwester Nannerl (11 Jahre) erstmals mit großem Erfolg vor dem Kurfürsten und seiner Gemahlin Elisabeth Auguste.
Die Tatsache, dass Mannheim zu den Musikmetropolen Europas zählte, veranlasste Mozart 1777 auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive, Mannheim abermals aufzusuchen. Er war Gast am Hof des Kurfürsten von 30.10.1777 – 14.03.1778. In dieser Zeit gab er den illegitimen Kindern des Kurfürsten, Comtesse Caroline und Carl August Klavierunterricht. Für die Comtesse Caroline schrieb er am 28./29.11.1777 ein Rondo, eine Klaviersonate in C-Dur Köchel 284f, mit dem er dem Kurfürsten imponieren wollte. Das Stück galt bisher als verschollen.
Dem Bruder Carl August verehrte er die 6 Variationen des Fischer Menuette, Köchel V. 179. (Während der Mannheimer Zeit war Mozart in Kirchheimbolanden 23.01.- 28.01.1778 und in Worms 29.01. – 04.02.1778. Ab 15.03.1778 nach Paris).
Doch alle Bemühungen Mozarts, eine Anstellung in Mannheim zu finden, waren umsonst.
Die Mozartstadt könnte heute Mannheim sein, wenn Mozart eine Anstellung bekommen hätte. Aber der Kurfürst von der Pfalz hatte andere Probleme: - sein angestammter Kapellmeister wollte keinen neben sich haben - Kurfürst von Bayern war sehr krank, Carl Theodor wurde sein Nachfolger.
Das verschollene Rondo hat mich veranlasst, danach Ausschau zu halten, obwohl es schon viele vor mir getan hatten.
Ansatzpunkte für eine Suche: - Das Palais Bretzenheim in Mannheim war zerbombt. - Im alten Bretzenheimer Schloss haben sich keine alten Dinge erhalten. - Im Anwesen Plettenberg, welches Carl August 1790 gekauft hat – ist nichts zu finden- auch nicht bei den Nachfahren früherer Besitzer der Puricelli´s. - Nationalgalerie Budapest weist auch nichts auf.
Also, wo könnte es sein?
Es ist bekannt, dass Mozart nicht weggeworfen hat, alles was er zu Papier brachte war in gutem Zustand und brauchbar. Das Rondo gefiel ihm, sonst hätte er nicht im Brief an seine Eltern geschrieben: “Und ich schenke es dem Kurfürsten nicht!“
Über den Kontakt zu einem Herrn Köchel in Hamburg wurden wir auf eine Aussage von Herrn Hanns Dennerlein, veröffentlicht 1951 in Leipzig aufmerksam und der da schreibt: Es wird vermutet, dass die Augsburger Sonate (Köchel V 330) ursprünglich einen anderen 3-Satz hatte und nachträglich gegen das gesuchte Rondo ausgetauscht wurde. Von dem Mozart am 29.11.1777 nach Hause schreibt: „ Ich habe für die Comtesse ein Rondo geschrieben“.
Ich zitiere Hanns Dennerlein: „Eingänglichkeit der Melodien, Klarheit des Aufbaues, meisterliche Arbeit, wie es sich bei einer Arbeit für den Hof gehört und leichte Spielbarkeit sprechen sehr für das gesuchte Rondo“.
Es ist für die weißen Klaviertasten geschrieben; diese sind für kleine Kinder besser erreichbar. Die Comtesse Caroline war zu dieser Zeit gerade mal 9 Jahre alt.
Tipp: Bei www.youtube.com nach dem Rondo suchen, beispielhaft dieser Link!
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