die Reben bluten
Der liebe Augustin

Was verbindet Bretzenheim an der Nahe und Lindau am Bodensee?
nach Texten von Hans Schneider, Bretzenheim.Augustin-Brunnen in Lindau/Bodensee

Mit einem Augustin-Brunnen erinnert die Stadt Lindau an ein Ereignis vor über 200 Jahren.

Im ausgehenden 18. und beginnendem 19 Jahrhundert hatte Bretzenheim an der Nahe den Status eines reichsunmittelbaren Fürstentums. In der Familiengeschichte des Reichsfürsten Carl August von Bretzenheim gibt es die jüngste Schwester Friederike, geb. 1771. Schon mit 8 Jahren kam sie in das Damenstift von Lindau. 1789 wurde sie mit dem Segen des Erzbischofs von Konstanz Äbtissin.

Die Fürstäbtissin Friederike wandelt auf Abwegen und ging eine Beziehung zu dem Spieldosenmacher Augustin Sumser ein. Die kurze heftige Beziehung geht auf Grund  der Eifersucht einer anderen Dame des Stiftes und der Staatsräson gehorchend schnell zu Ende. Augustin und Friederike mussten ihrer Liebe entsagen.  „O, du lieber Augustin, alles ist hin“

Friederike ging wieder auf Abwegen und lernte in München den jungen Grafen Max Friedrich von Westerhold kennen. Die beiden verliebten sich, was lange unbemerkt blieb. Nachdem die Beziehung nicht mehr zu verheimlichen war, trat Friederike 1796 von Ihrem Amt als Fürstäbtissin zurück und heiratete gegen erhebliche Wiederstände der Familie. Sie führte mit dem Grafen eine glückliche Ehe.

1802 war die Fürstenherrlichkeit in Bretzenheim vorbei. Die Enteignung als Folge der Einverleibung des linksrheinischen deutschen Staatsgebietes zu Frankreich. Die Enteignung wurde Carl August dadurch erleichtert, dass Ihm in Lindau am Bodensee Stift, Abtei und die Stadt zugesprochen wurden.
Nun hatte Lindau das Privileg Fürstentum zu sein. Durch die politischen und
kriegerischen Ereignisse in Europa, war bereits 1804 auch in Lindau die Fürst-
Herrlichkeit vorbei.
Kaiser Franz II übereignete dem Bretzenheimer Fürsten 1804 die ungarische Herrschaft Regecz und Sarospatak. Noch heute sind Spuren der Bretzenheimer in Ungarn zu finden. 

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